Ein Ausflug nach Rüssingen lohnt sich: Vor allem am 15. und 16. Juni, dann verwandelt sich das Dorf in eine lebendige Museumsstraße.

Das Straßendorf Rüssingen zählt heute mehr als 500 Einwohner. Die Landwirtschaft hat Rüssingen geprägt.

Heute noch bestimmen zahlreiche ehemalige Wirtschaftshöfe von Kirche und Adel das Ortsbild. Lange repräsentative Hausfronten des 18. und 19. Jahrhunderts sind an der Hauptstraße zu sehen. Zum Beispiel das Haus Nummer 54, vormals Enkenbacher Gutshof: Hinter der Putzfassade mit Toreinfahrt verbirgt sich ein weitläufiger Vierkanthof mit Wirtschaftsgebäuden, Stallungen, Remise, Scheune und Gewölbestall.

In der Ortsmitte steht die protestantische Kirche. Die auf einer Anhöhe gelegene, ehemals befestigte Anlage stammt aus der Zeit um 1100. Der Saalbau mit Turm wurde in der Barockzeit überformt. Eine Besonderheit ist der Türsturz über dem Eingang: Das Relief zeigt ein Kreuz und vier Tauben zwischen einem Löwen und einem Drachen. Das Untier wird von einem bewaffneten Mann angegriffen.

Auf knapp 4 Kilometern führt der „Rischinger Gaulssteig“ durch und rund um den Ort. Die Tour bietet einen Blick auf den großen Steinbruch (Kalk, Mergel) im Norden, Aussichten auf Donnersberg, Zellertal und Pfälzer Wald, auf Ackerflächen und einige Rebenzeilen (Breinsberg, Großlage Schnepfenflug vom Zellertal). Auch ein Weinbergshäuschen gibt es noch, das an die lange Weinbautradition erinnert. Wer durch die Straßen streift, erfährt durch die Häuserplaketten viel über die Dorfgeschichte.

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VG Göllheim: Rüssingen feiert am 15. und 16. Juni