The Cold Trip -Eine Winterreise Staatstheater Mainz Foto: Andreas Etter

Die Flocken fallen, das Eis knirscht, der Wind heult: Das Hörtheater Mainz lädt zu einem Cold Trip ein, einem Liederabend durch die Kälte, vom Konzertsaal raus auf den Platz, auf die Straße bis hin zur Eislandschaft in der Filiale des Staatstheaters. Klassisch beginnt die Reise mit den ersten Liedern der Winterreise von Franz Schubert (Steven Ebel, Samuel Hogarth am Flügel), in die sich allmählich die Klanginstallationen des Geräuschensembles mischen.

Das Publikum lauscht weiter im Foyer und auf der Wendeltreppe, wo es zum Lied vom „Lindenbaum“ aus einer Gießkanne regnet, begleitet von coolen Klopf- und Rasselklängen. Raus in die Kälte geht es auf den Triton-Platz, wo Maren Schwier aus dem Fenster heraus das Publikum mit „Wasserflut“ überrascht. In den Laubengängen lässt Harald Hieronymus Hein das Lied „Auf dem Flusse“ durch das Megaphon erschallen, umrahmt von eisigem Kratzen und Klirren.

Vor der Apotheke in der Ludwigstraße erklingt das „Irrlicht“, gesungen vom Straßenmusiker. Passanten werfen ihm Münzen zu. Und schon ziehen die Sänger ihr Publikum weiter, in den zweiten Konzertsaal. Dort nimmt „The Cold Trip“ von Bernhard Lang seinen Lauf. Der zeitgenössische Komponist hat die Motive aus Schuberts Winterreise synthetisiert und geloopt, mit neuen Texten in englischer Sprache versehen. Und hier spitzt sich zu, was schon Schuberts Thema ist: die Reise durch die Kälte, das Erleben von Einsamkeit und Isolation, die verzweifelte Suche – „Oh my last hope, lost“.

Die Termine der schaurig-schönen Winterreise: 20.01.2020, 23.01.2020, 24.01.2020, 8.02.2020, 29.02.2020

Weitere Infos und Karten

PS: Ich bin auch dabei, beim Mainzer Geräuschensemble. Ich lass es knarren, knarzen und knattern und es macht so viel Freude!

The Cold Trip – eine Winterreise im Staatstheater Mainz